Mit unserem Motorsegler kann man ohne Probleme auch größere Strecken – etwa nach Süddeutschland oder an die Nordsee – zurücklegen. Ein tolles Ausflugsziel für einen sonnigen Sonntag im Sommer sind die west- oder ostfriesischen Inseln.
Tobias und ich kamen auf die Idee, mit dem Falken einen Ausflug nach Texel zu machen. Da dieser Flug sowohl über eine Landesgrenze als auch über das offene Meer führt, ist eine besonders gute Vorbereitung notwendig.
Flugplanung
Schon bei der ersten, groben Flugplanung mit Kursdreieck und Bleistift fällt auf, dass einige Besonderheiten zu beachten sind: Flugbeschränkungsgebiete, der Großraum Amsterdam mit Schiphol, und die Frage nach dem Kraftstoff. Auf der Internetseite der niederländischen Luftfahrtbehörde findet man alle Informationen zu den Flugplätzen online – und der Flugplatz Texel bietet direkt Avgas an.
In den Niederlanden kann man eine Funkverbindung zum Fluginformationsdienst Dutch Mil aufbauen, der den Flugweg per Radar verfolgt und Verkehrsinformationen gibt. Ein sehr guter Service.
Am Vorabend die Wetter-Infos vom Deutschen Wetterdienst: Leichter Dunst früh morgens, der sich rasch auflöst. Gewitterneigung am Nachmittag – das sollten wir im Blick behalten.
Abflug mit Verzögerung
Am nächsten Morgen waren wir früh am Flugplatz. Die Sicht war zu dieser frühen Stunde noch nicht ganz optimal, also warteten wir eine halbe Stunde. Da der Flugplan eine Abflugzeit enthält, ruft man in diesem Fall am besten bei der Flugsicherung an und gibt die Verzögerung bekannt.
Eine gute halbe Stunde später waren wir in der Luft. Wir entschieden uns über die lockere Bewölkung zu steigen – ruhigere Luft, tolles Panorama. Nach weniger als anderthalb Stunden erreichten wir das Ijsselmeer und begannen mit dem Sinkflug Richtung Texel. Der Tower informierte uns über aktive Landerichtung und Fallschirmspringer in der Nähe.
Fahrräder, Strand und holländische Snacks
Am Flugplatz Texel kann man direkt Fahrräder für den Tag ausleihen. Wir erkundeten Deiche und Dörfer, lagen im Sand in der Sonne, sprangen kurz ins Meer und probierten leckere holländische Snacks.
Der zwischenzeitliche Blick aufs Wetter stimmte uns optimistisch: keine großräumige Gewitterentwicklung erkennbar, also noch den Nachmittag auf der Insel genossen.
Rückflug mit Rückenwind
Voll getankt, kurz darauf wieder in der Luft. Über Seen und Felder, vorbei an einzelnen hochreichenden Cumulus-Wolken fliegen wir der Heimat entgegen. Mit etwas Rückenwind erreichen wir Krefeld einige Minuten früher als berechnet und landen gegen 20 Uhr.
Mit etwas Sonnenbrand und einem Lächeln steigen wir aus dem Flieger aus und sind uns beide einig: Das war ein toller, gelungener Tag.